Wortkette

Schreib doch mal! geht in die nächste Runde.

Letzte Woche habe ich euch ja den Tipp gegeben mit einem Wort zu beginnen und fünf Minuten draufloszuschreiben. Daraufhin bekam ich eine verzweifelte Nachricht:

„Ich habe das wirklich versucht. Ich hatte ein Wort und dann…nichts. Fünf Minuten nichts. Was soll ich tun? Mir ist einfach nichts dazu eingefallen.“

Dazu kann ich sagen: Erstmal bitte keine Panik. Alles halb so schlimm. An manchen Tagen geht es besser und an manchen eben schlechter. Und jetzt die gute Nachricht: „Das kann man trainieren.“ Da ich ja ursprünglich aus der Schauspielerei komme, nehme ich jetzt mal eine Improvisationsübung und benutze sie fürs Schreiben. Daraus wird die WORTKETTE.

Nimm ein Wort und schreib es auf die Mitte des Blattes. Zeichne eine kurze oder lange Linie und schreib das Wort, das dir als Erstes zum Wort davor einfällt ans andere Ende. Dann wieder eine Linie und das nächste Wort, dass dir zu dem Vorigen einfällt usw.- bis du keine Lust mehr hast oder das Blatt einfach voll ist.

Bewerte auch hier nicht die Worte, die dir einfallen. Nimm sie so, wie sie zu dir kommen. Es ist manchmal ganz merkwürdig, was für Assoziationen man hat. Wie konnte ich bei dem Wort an das nächste denken? Das ist ganz normal. Du musst nicht nachvollziehen können, wo es herkommt. Es ist nun mal da. Und wenn dir bei dem Wort „Klavier“ plötzlich „Parkbank“ einfällt, dann ist das so. Vielleicht fällt dir dann ja im nächsten Schritt ein lustiger Text mit einer Parkbank und einem Klavier ein. Du kannst dir auch ein eigenes Notizheft für die Wortketten anlegen. So hast du immer genug Worte zur Verfügung, wenn dir mal eins fehlt. Gleichzeitig trainierst du bei dieser Übung deine Assoziationsfähigkeit.

Und wenn es beim ersten Mal noch nicht so gut klappt, dann mach es einfach öfter zwischendurch. Ich verspreche dir, es funktioniert immer besser. Beschwerden bitte an mich. 🙂

Hier gibt es meine letzte WORTKETTE:

Ein Wort & 5 Minuten

Schreib doch mal!

Als ich im März 2020 meine Bühne schließen musste, wusste ich nicht mehr, wohin mit meiner Kreativität. Meine Kreativität ist mein Lebenselexier. Ohne die Möglichkeit mich künstlerisch auszudrücken, fühle ich mich unvollkommen. Ich fühlte mich unnütz – für nichts zu gebrauchen – eben nicht systemrelevant.

Nach vielen Wochen kam das Schreiben wieder in mein Leben. Das Schreiben hat mich durch diese schwere Zeit gebracht und vielleicht hilft es auch dir. Am Ende des Tages etwas geschafft zu haben, etwas Kleines, aber etwas Sichtbares. Etwas, das ich in den Händen halten kann, an dem ich mich festhalten kann.

Was du brauchst?
Ein Blatt Papier und einen Stift

Was sonst?
Ein Wort

Mehr nicht?
Nein.

Stell dir den Timer im Handy auf fünf Minuten. Beginne mit einem Wort und dann schreib einfach drauf los. Hör nicht auf, mach keine Denkpausen, sondern schreibe einfach weiter bis die fünf Minuten um sind. Kein Druck- es muss nicht eine fertige Geschichte werden oder ein Gedicht. Fang einfach an!

Wenn du kein Wort hast, dann scroll doch mal durch meinen Instafeed und das erste Wort, an dem du hängen bleibst – das ist es. Und los geht’s!
Nach den fünf Minuten legst du das Geschriebene erstmal zur Seite und machst dir einen Kaffee oder Tee. Atme durch. Und dann lies deinen Text. Ohne es zu bewerten. Das ist gar nicht so leicht, ich weiß. Ich bin meine größte Kritikerin. Aber die hat bei dieser Übung nichts zu suchen. Es geht darum anzufangen, wieder in den Schreibfluss zu kommen und vielleicht entdeckst du in dem Geschriebenen sogar einen kleinen Schatz, mit dem sich weiterschreiben lässt.

Wenn du magst, dann hinterlass doch in den Kommentaren dein „Wort“. Das kann wiederum anderen als Inspiration dienen.
Wünsch dir einen guten Start in die Woche.